Hannah und Pferde? Das passt nicht, würden diejenigen behaupten, die unsere Kollegin kennen. Da sie aber natürlich alles einmal ausprobieren möchte, hat sie sich kürzlich beim Pony Trekking versucht. Und das nicht irgendwo, sondern in Lesotho.

Meine Tour in Südafrika startete in Johannesburg und brachte mich unter anderem für zwei Nächte nach Lesotho, das einige geographische Besonderheiten aufweist. Mächtige Bergketten bestimmen hier die Kulisse. Aber halt Stopp. Lesotho? Wo liegt das denn überhaupt?

Also nochmal von vorne. Lesotho ist ein Königreich und wie auf der Karte gut zu erkennen, vollkommen von Südafrika eingeschlossen. Von der Größe her ist es ungefähr mit Belgien vergleichbar. Und einen Rekord kann es ebenfalls vorweisen, denn das gesamte Staatsgebiet liegt oberhalb von 1.000 Höhenmetern – das gibt es sonst nirgends. Die Durchschnittshöhe (!) beträgt dabei stolze 2.500 Meter. Frische Luft ist somit garantiert.

Quelle: maps.google.de

Unsere Einreise erfolgte über die Grenze kurz vor der Hauptstadt Maseru und verlief vollkommen unkompliziert. Reisepass vorzeigen, nett grüßen, Stempel rein, fertig. Mit unserem Truck erreichen wir etwa 80 Kilometer später unsere Lodge mitten im Hochland. Die letzten 7 km führen über eine abenteuerliche Piste aus unebenem Terrain, die wir (bzw. unser Fahrer Jeremy) nach über einer halben Stunde gemeistert haben.

Achtung, Buckelpiste! 😉

Am folgenden Tag steht direkt die nächste Herausforderung auf dem Programm, denn wir nehmen am „Pony“ Trekking teil. Ponys kenne ich natürlich von zu Hause. Die stehen manchmal im Dorf auf der Wiese, sind ziemlich klein und ganz süß, hin und wieder sogar flauschig. Dann treffen wir auf die Ponys, die meiner Vorstellung von kleinen Pferden nicht ganz gerecht werden, denn für mich sind es ganz normale Pferde, vor denen eine Reitanfängerin wie ich schon mal Angst bekommen kann. Ich mustere alle Tiere ganz genau, beobachte eines, wie es noch in aller Seelenruhe ein bisschen Futter mampft und habe mich entschieden: Dich möchte ich! Auch als ich es begrüße, frisst es immer noch weiter und ab diesem Moment sind wir Freunde. Passend dazu heißt es „Braai“ (was auf Afrikaans so viel wie Grillen oder BBQ bedeutet) und ich schwinge mich wie ein Profi unfallfrei in den Sattel. Da sitze ich nun in gut zwei Metern (ok, ich übertreibe) Höhe. Unsere erfahrenen Guides erklären uns die wichtigsten Manöver, mit denen wir die Pferde „lenken“ können und dann geht’s auch schon los.

Braai und Hannah sind bereit!

Langsam und gemächlich traben wir in Reih und Glied los und schon nach wenigen Schritten fange ich an, das Farbenspiel aus dem roten Sand, den weiten Feldern, den Bergen und dem Himmel zu genießen. Klingt kitschig, ich weiß, aber schaut selbst.

Alles easy, denke ich mir. Bis ich dann langsam kapiere, dass wir ja beim „Trekking“ sind. Und nun klärt sich der zweite Begriff. Wir verlassen den Weg, traben querfeldein und dann geht es sprichwörtlich über Stock und über Stein, ausgetrocknete Flussbetten und steile Hänge weiter. Aber ich habe vollstes Vertrauen in Braai, der hin und wieder aus der Gruppe ausreißt, um am nächsten Busch zu fressen. Wir sind ein super Team! Nach etwa einer Stunde kommen wir dort an, wo wir ab sofort nur noch zu Fuß weiter können.

Braai kann (mal wieder) was essen und wir unternehmen eine kleine Wanderung, um die Felsmalereien zu begutachten, die die San Völker vor rund 26.000 Jahren dort hinterlassen haben. Als wir zurückkehren, bin ich mir natürlich sicher, dass ich Braai auf den ersten Blick erkenne. Schließlich haben wir schon viel zusammen erlebt. Erster Versuch, Fehlanzeige. Zweiter Versuch, falsch, das Pferd heißt Jupiter. Dritter Versuch….. Ihr wisst Bescheid! Nun ist nur noch eines übrig und so finden wir wieder zusammen und machen uns auf den Rückweg Richtung Sonnenuntergang…

Zurück in der Lodge endet unser Ausflug, den ich so schnell nicht vergessen werde. Angeboten werden auch mehrtägige Touren, Wanderungen oder Fahrten mit dem Mountainbike. Wer es also mal nach Lesotho schafft, sollte nicht nur auf der faulen Haut liegen, sondern ein bisschen abenteuerlustig sein und die Chance zum Pony Trekking unbedingt nutzen!

Die zwei Nächte in Lesotho waren Teil einer dreiwöchigen, geführten Tour. Den kompletten Reiseverlauf und weitere Info’s findet Ihr hier: http://afrika.boomerangreisen.de/touren-rundreisen/suedafrika_explorer_1605524

 


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